Jackpot am Portugal-O-Meeting
 
Simone, 10.3.2011
 
Die ersten Tage des Trainingslagers verbrachten wir im Küstengelände bei Quiaios. Dort konnte ich meine Erfahrungen vom Spanien-Trainingslager gut anwenden, auch wenn es hier etwas buschiger war als in Barbate. Das Wetter war durchaus vergleichbar, schön warmer Sonnenschein begleitete uns während den Trainings.
Karte Grob-Fein-Training »
 
Für den zweiten Teil reisten wir ins Landesinnere in die Nähe von Portalegre. Hier erwartete uns ganz anderes Gelände: grundsätzlich offene Partien mit einigen Eichenbäumen und vorallem vielen grossen Steinformationen. Schon im Musterlauf merkte ich die Schwierigkeit dieses Gelände: ständiger Kartenkontakt war gefragt, präzise Weglaufrichtung und ganz genaue Fein-Orientierung im Postenraum, so dass man hinter dem richtigen Steinblock den Posten erwartete.
Dann gings los mit dem POM, das aus fünf, respektive vier Etappen bestand. Die Nachtsprint-Etappe zählte nämlich nicht zum Gesamtklassement.
Foto: Homepage POM
Foto: Homepage POM
 

1.Etappe- die Schnelle
Am ersten Tag wurden wir mit einer 1:15‘000-Karte in den Wald (resp auf die Wiese) geschickt. Da es nicht ganz so viele und feindetaillierte Steinformationen hatte, war die Karte durchaus gut lesbar. 12km und 460 Höhenmeter mit Highspeed galt es zu bewältigen, wobei die Kartenarbeit aber nicht vernachlässigt werden konnte. Allzu schnell konnte man nämlich eine falsche Mulde erwischen oder zwischen den falschen Steinen suchen. Mir gelang aber ein sehr guter Lauf und erst gegen Ende hatte ich einen Fehler zu verzeichnen: am Schluss hatten wir noch einige Posten in grünen Passagen anzulaufen und da das Grün aus Dornenbüschen bestand, war es wirklich kaum passierbar. Zu Posten 25 liess ich mich dann dennoch durch eine Spur auf der Wiese verleiten, die auf direkter Linie in Richtung meines Postens führte. Ich dachte, dass diese Spur wahrscheinlich durchs Grün weiterführen würde, doch als ich am Rand des Grün ankam, musste ich einsehen, dass da kein Durchkommen möglich war, ohne dass ich allzu zerkratzte Arme und Beine riskiert hätte. Also hiess es umkehren und von der anderen Seite den Posten anlaufen. ES blieb aber bei diesem Fehler und obwohl ich unterwegs von meinem Speed nicht hundertprozentig überzeugt war, reichte es zu einem deutlichen Sieg mit 3 Minuten Vorsprung auf Minna Kauppi.
Karte POM 1 »
 
2. Etappe- die Knifflige
Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir zu dieser Etappe, die mir extrem gut gefiel. Ab dem ersten Posten war höchste Konzentration gefragt und die ständigen Richtungswechsel und kniffligen Postenstandorte liessen mein OL-Herz höher schlagen. OL vom feinsten, was uns die Portugiesen hier boten und ich freute mich über eine weitere tolle Leistung von mir, die mir den zweiten Sieg einbrachte.
Karte POM 2 »
 
3. Etappe- die Schwarz-Grüne
Diese Etappe wurde als WorldRankingEvent durchgeführt und wiederum hatten wir eine tolle Bahn mit einem Schmetterling und vielen Posten zu absolvieren.
Die Karte bestand (nebst dem Gelb der Wiesen) vorallem aus Schwarz (Steinen und Felsen) und Grün (Büsche und Bodenbedeckung). Ich fand nicht mehr denselben Fluss wie am Vortag und ich hatte einige Fehler zu verzeichnen, den Zeitverlust konnte ich aber immer in Grenzen halten. Obwohl ich die vor mir gestartete Dänin Signe Soes einholte, glaubte ich nicht mehr an einen Sieg, umso schöner als ich beim Zuschauerposten erfuhr, dass ich als Letztgestartete in Führung lag. So konnte ich mit 40 Sekunden Vorsprung auch diesen Lauf gewinnen und hatte so ein gutes Polster in der Gesamtwertung für die abschliessenden Langdistanz.
Karte POM 3 »
 
Foto: Homepage POM
Foto: Homepage POM
 

4. Etappe- die Dunkle
Zuerst aber galt es am Abend aber noch einen Nachtsprint zu laufen. Dieser fand in Portalegre statt und ich freute mich auf ein kniffliges Dörfchen, das mit der Nachtlampe zu erforschen war. Diesmal wurde ich aber ein bisschen enttäuscht. Das Dörfchen war nämlich nicht so verwinkelt und da wir nur 11 Posten hatten, wurde es auch nicht so hektisch unterwegs. Hektisch wurde es aber in einem anderen Sinn, nämlich mit dem Verkehr. Es hatte noch viele Autos im Abendverkehr unterwegs und so fürchtete ich bei jeder Ecke, auf der Motorhaube eines Autos zu landen.
Das Erlebnis war aber trotzdem toll und als wir dann auch endlich unsere Pizza bekamen, galt der Abend als vollständig gelungen.
 
5. Etappe- die Sumpfige
Am letzten Tag kehrte das Wetter und zum ersten Mal war der Himmel grau und es regnete. Dies führte dazu, dass vorallem die flachen Partien zwischen den Hügeln zu richtigen Sumpfpartien wurden und dementsprechend kräfteraubend waren.
Unsere Bahn war zu Beginn vorallem physisch geprägt und dann im Schmetterling ging es etwas mehr in die Steinformationen. Mir gelang wiederum ein guter Lauf mit Ausnahme der Steilstrecke 19-20, wo ich (Anfängerfehler!) die Abzweigung auf dem Weg verpasste und so wieder umkehren musste… peinlich, peinlich ;-) Im Postenraum von Po 25 machte ich einen zusätzlichen Schwenker, doch sonst lief es gut. 5. Sieg im 5. Rennen und somit natürlich auch der Gesamt-Sieg, toll!

Es war eine sehr schöne Reise nach Portugal, da auch Malin und meine Eltern mit dabei waren. Malin entpuppte sich als fleissige Hopp-Ruferin im Zieleinlauf, immer wenn ein rot-weisses Dress auftauchte…
Karte POM 4 »
Gesamtrangliste POM »
 
Sumpf an der letzten Etappe<br />Foto: Homepage POM
Sumpf an der letzten Etappe
Foto: Homepage POM
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Simone Niggli-Luder

17-fache OL-Weltmeisterin
Simone Niggli-Luder
ist Botschafterin von
 



 






simone@simoneniggli.ch